Die meisten Menschen können sich unter der Sportmedizin
recht wenig vorstellen, gleichwohl sie viele unterschiedliche Aufgaben hat, die oft mit der
Orthopädie, aber auch mit der Kardiologie assoziiert sind. Sportmedizin geht weit über
die einfache Beratung „Wie treibe ich vernünftig Sport?“ hinaus.
Zunächst ist da der Gedanke der Prävention (Vorsorge) von Herz-Kreislauferkrankungen in
der Allgemeinbevölkerung, Vermeidung von Übergewicht, Diabetes sowie die Vermeidung
von vorzeitigem Gelenkverschleiß durch vernünftige, maßvolle, aber
wirkungsvolle körperliche Bewegung und gesunde Ernährung.
Eine weitere Aufgabe der Sportmedizin besteht in der Betreuung von Leistungs- und
Breitensportlern. Im Vordergrund steht auch hier zunächst die Prävention. Aber im
Gegensatz zum oben Genannten geht es hier nicht darum, den Menschen zur sportlichen
Betätigung zu motivieren, sondern den bereits Motivierten vor Schädigung
durch ein „zu viel" und ein zu einseitiges oder gar falsches Training zu schützen.
Vermeidung von Sportverletzungen, Überlastung des Herzkreislaufsystems, Fehlbelastung
von Gelenken und deren Weichteilstrukturen (Sehnen, Bänder, Gelenkkapsel) stehen hier
im Vordergrund.
Auch die Aspekte von Leistungserhaltung und Leistungssteigerung durch Trainingsberatung
und Leistungskontrolle durch Ergometer und Laktatteste (zur Messung des Fitnessgrades)
gehören zur Sportmedizin.
Schließlich beschäftigt sich die Sportmedizin auch mit der Behandlung von
Sportverletzungen wie Bänderzerrungen, Verstauchungen, Verrenkungen, Muskelfaserrissen,
aber auch mit chronischen, durch falsches Training erworbene Muskelverkürzungen,
Bänder- und Sehnenentzündungen. Das Behandlungsspektrum reicht von der Anleitung
zu Dehnungsübungen, der Anlage von Tapeverbänden bis zu entzündungs- und
schmerzlindernden Injektionen. Verkürzte Muskeln und blockierte Gelenke, die es nicht
nur im Wirbelsäulenbereich, sondern durchaus auch im Schulter-, Arm-, Bein-, Hüft-,
Fuß- und Handgelenksbereich gibt, kann man schließlich auch mit
chirotherapeutischen und osteopathischen Techniken wirksam behandeln
(–> Chirotherapie), welche eine sinnvolle
Ergänzung der Sportmedizin darstellen.
Ist der Schaden, z.B. eine Arthrose (Gelenkverschleiß), erst einmal eingetreten,
kann mit einer Anleitung zu einer schonenden Gymnastik zum Muskelaufbau und der Vermeidung
von Fehlbewegungen/-belastungen ein Gelenkverschleiß aufgehalten und die Schmerzen gemindert werden. Entzündungshemmende und knorpelaufbauende Injektionen können eine weitere Therapieoption sein.
Schließlich und endlich heißt das, Sportmediziner und Chirotherapeuten arbeiten
vor allem auch orthopädisch. |